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Isabel Abedi Biografie

„DAS VIERTEL“ ist die Zeitschrift des Stadtteils, in dem ich lebe und schreibe.
Die Journalistin Miriam Willer führte das Interview

Ich habe kürzlich bei Google 268.000 Einträge über dich gefunden, wie fühlt sich das an?

Oje! Nach einer astronomisch hohen Zahl, vor allem wenn ich überlege, dass es vor gar nicht allzu langer Zeit, vielleicht sogar bis vor ein paar Monaten noch sehr viel weniger Einträge waren.

War deine erste Geschichte dein großer Durchbruch?

Meine Bilderbücher „Das 99. Schaf“ und „Blöde Ziege, dumme Gans“ waren der Durchbruch in die Verlagswelt. Mit „Lola“ und „Whisper“ wurde ich richtig öffentlich.

Warum bist du Kinderbuchautorin geworden?

Ich habe lange in der Werbung gearbeitet und war dort so ein bisschen die Märchentante, habe für Sarotti Märchen auf die Schokoladentafelrückseiten geschrieben und später am liebsten für Montlanc. Nebenbei habe ich angefangen im stillen Kämmerlein zu schreiben. Als meine Tochter dann geboren wurde, habe ich angefangen, ihr Bilderbücher vorzulesen und dann war irgendwann der Wunsch da, es auch zu probieren. Der Wunsch, Kinderbücher zu schreiben hat etwas mit einer ganz bestimmten Form von Sprache zu tun, die aus mir heraus kommt. Außerdem habe ich mir selber viel Kindliches erhalten, z.B. mein Lieblingsspiel „Was wäre wenn?“.

Woran liegt der Reiz für Kinder zu schreiben?

Kinder und Jugendliche erleben und fühlen alles zum ersten Mal. Das ist eine ganz andere Wahrnehmung der Welt, als die erwachsene. Das Wunder ist noch groß in dieser Zeit, und ich erinnere mich noch sehr lebendig daran.

Wo bekommst du deine Ideen her?

Ganz unterschiedlich. Ideen kommen z.B. auch in der Badewanne oder auf dem Fahrrad. Einige Sachen kommen auch aus meiner Kindheit oder aus dem Alltag, wie z.B. die Schule bei der „Lola“. Meine Tochter ging wie die Lola in die Ziegenschule, Bismarckstraße.

Wie sieht der Arbeitstag einer Autorin aus?

Wenn meine Tochter zur Schule geht, dann gehe ich hier in die Mathilde in mein Büro. Morgens ist heilige Schreibzeit, da versuche ich mich total abzuschotten. Nachmittags beantworte ich Fanpost, mache Büroarbeit, das ist viel geworden.

Wer unterstützt dich bei deiner Arbeit?

Meine Familie stärkt mir den Rücken. Mein Mann begleitet mich oft auf Lesereisen musikalisch, er macht auch die Musik für die Hörbücher. Meine kleine Tochter liest alles, bevor es veröffentlicht wird. Meine Mutter ist auch ganz wichtig, sie liest immer mit.

Welche Kinder- und Jugendbücher liest du?

Ich bin ein Großer Fan von der Eva Ibottson. Sie schreibt fantastische und realistischen Geschichten. Ich lese Cornelia Funke, Kirsten Boie, Andreas Steinhöfel, Antje Barbendererde und Katja Brandis. Paul Maar, Astrid Lindgren und Michael Ende las ich gern in der Kindheit.

Was ist dein großer Traum?

Mein Traum ist, das ich irgendwann noch mehr Zeit für meine einzelnen Bücher habe.

Was bindet dich an die Mathilde?

Ich fand es eigentlich immer gut, in Cafés zu schreiben. Eines Tages bin ich auf die Mathilde gestoßen und habe mir einen Tisch ausgesucht und bin hier sitzen geblieben. Die „Lola“ habe ich vorn am Fenster im Licht geschrieben, „Whisper“ weiter hinten. Was mir unheimlich gut gefallen hat, war die Atmosphäre aus Ruhe und Bewegung. Dann hatte ich das Glück, dass noch ein Büroraum neben dem Café frei war, wo ich jetzt arbeite. Ich komme auch noch nach vorne, auch fürs Signieren, aber ich schreibe jetzt nur noch im Büro.