Fragen zu "Lola und die einzige Zeugin"

"Gibt es den Rattenfänger wirklich?"
Den habe ich mir ausgedacht, den gibt es für mich nur in dem Lola-Buch "wirklich."

Sehr lustig! Die Fragen, die Lola an die Schriftstellerin Franca Düwel hat, wurden jetzt auch mir in einem Fanbrief gestellt:

1) Lesen Sie heimlich in den Tagbüchern Ihrer Töchter?
2) Wollten Sie schon immer schreiben?
3) Haben Sie eine Muse?
4) Glauben Sie, dass Menschen, die im wahren Leben leiden, bessere Schriftsteller werden?
5) Waren Sie schon einmal körperlich behindert?
6) Wie machen Sie aus einer Idee eine Geschichte?

1) Wenn ich heimlich in den Tagebüchern meiner Töchter lesen WÜRDE, dann würde ich es nie und nimmer verraten, denn dann wäre es ja kein Geheimnis mehr.

2) Als Kind wollte ich am liebsten zum Zirkus, aber ich habe schon immer geschrieben, als Kind vor allem Tagebuch :-)

3) Ich glaube ja, aber ich habe sie leider noch nie gesehen. Ich fühle sie nur beim Schreiben, an guten Tagen werde ich stundenlang von ihr geküsst und wenn sie schlechte Laune hat, komme ich beim Schreiben nicht weiter.

4) Ich weiß es nicht und man kann es ganz bestimmt nicht verallgemeinern. Aber ich glaube in vielen Fällen: Leiden hilft. Wer selbst schon mal seekrank gewesen ist, dem fällt es sicher leichter zu beschreiben wie sich ein Seekranker fühlt als jemandem, der noch nie ein Schiff betreten hat.

5) Nein. Aber ich hatte viel mit Menschen zu tun, die eine körperliche Behinderung hatten und dadurch konnte ich mich gut in Lola hineinversetzen.

6) Das ist bei jeder Geschichte ganz verschieden, aber eines ist immer gleich: Sie wächst in mir und ich beschäftige mich vor allem bei den längeren Büchern immer sehr lange mit den Figuren und ihren Erlebnissen, auch mit ihrer Vergangenheit, ihrem Charakter, ihren Stärken und  Schwächen, so dass ich sie bereits gut kenne, wenn ich anfange, die Geschichte aufzuschreiben. Mehr über meine Arbeit als Schriftstellerin erfährst du hier:
http://www.isabel-abedi.de/eure_fragen_anzeige.php?fragenkat=120&menukat=10&menusubkat=120




"Wie kommen Sie auf Enzo und Gudrun?"
Eigentlich war es umgekehrt, die beiden sind zu mir gekommen. So ist es meistens mit den Figuren meiner Geschichten, ich suche sie - und sie finden mich.

"Haben Sie schon mal das Gleiche erlebt, wie Lola?"
Was Lola erlebt, erlebe ich beim Schreiben mit - aber nur in meiner Phantasie.

"Wie kommen Sie darauf, dass Lola Halbbrasilianerin ist?"
Diese Idee lag bei uns in der Familie, weil unsere beiden Töchter auch einen Papai haben, der aus Brasilien kommt. Lola ist ganz anders als meine beiden Töchter, aber die beiden Kulturen hat sie sozusagen von meinen Töchtern geerbt.


"Helfen Ihnen auch Ihre Töchter wie in "Lola und die einzige Zeugin" der Franca Düwel?"
Meine Töchter helfen mir auf die eine oder andere Weise bei jedem meiner Bücher, indem sie mir zuhören, wenn ich über die Geschichte sprechen will, Zweifel habe oder einen Rat brauche und sie haben viele meiner Bücher "testgelesen".


"Wie machen Sie das, dass die Figuren so echt wirken?"

Ich beschäftige mich schon vor dem Schreiben sehr lange in meiner Vorstellung mit meinen Figuren, stelle ihnen innerlich Fragen, finde alles Mögliche (und Unmögliche) über ihren Charakter, ihre Vorlieben, Abneigungen, Wünsche und Ängste, ihre guten und schlechten Seiten heraus - und höre ihnen beim Schreiben sehr genau zu.

"Wie lange brauchen Sie, um ein Lola Buch zu schreiben?"
Zwischen drei und sechs Monaten, das ist aber nur die reine Schreibzeit. Vorher muss die Geschichte mit ihren Figuren in mir gewachsen sein - und das kann manchmal mehrere Jahre dauern.


"Woher kennen Sie Franca Düwel?"
Persönlich habe ich Franca Düwel auf der Frankfurter Buchmesse kennen gelernt. Ihre Julie-Bücher erscheinen wie auch meine Jugendromane im Arena Verlag. Wir haben uns auf Anhieb gut verstanden und ihre Bücher habe ich schon immer gerne gelesen.

"Gibt es das Buch 'Julie und Schneewittchen' wirklich?
Ja - und es gehört auch zu meinen Lieblingsbüchern: http://www.isabel-abedi.de/lieblingsbuecher_liste.php?kat=2



"Erinnern Sie sich noch gut an die Zeit, an der Sie so alt wie Lola waren oder wie schaffen Sie es, so zu schreiben, als ob Sie selbst noch ein Mädchen in Lolas Alter wären?"
Ich weiß noch genau, wie es sich angefühlt hat, ein Kind zu sein. Es gibt ein Zitat von Erich Kästner, das ich sehr wahr finde:

"Die meisten Menschen legen ihre Kindheit ab wie einen alten Hut. Sie vergessen sie wie eine Telefonnummer, die nicht mehr gilt. Früher waren sie Kinder, dann wurden sie Erwachsene,
aber was sind sie nun? Nur wer erwachsen wird und ein Kind bleibt, ist ein Mensch."


So empfinde auch ich das "Mensch-Sein". Viele Anteile in mir, vor allem eine bestimmte Sicht auf die Welt, eine innere Neugier sind kindlich geblieben. Das kann im Leben oft auch anstrengend sein – aber beim Schreiben hilft es immer.

In Bezug auf Lola wohnt eine besondere Stimme in meinem Kopf, sie ist so alt wie Lola und beim Schreiben höre ich zu, was diese Stimme mir sagt und verlasse mich auf sie.


"Hatten Sie in der Schule Französisch oder warum können Sie diese Wörter, die in den Lola Büchern vorkommen?"
Ich hatte Französisch bis zur achten Klasse und einige Wörter sind noch in meinem Gedächtnis. Bei den anderen frage ich meine Freundin, die sehr gut französisch spricht.


"Hat Ihr Vater Ihnen Brasilianisch beigebracht und könnten Sie mir vielleicht ein wenig (oder viel, noch besser) Brasilianisch beibringen? Was heißt noch mal Feijoada?"
Der brasilianische Papai in unserer Familie ist mein Mann, also der Vater unserer Kinder. Durch ihn habe ich Brasilianisch gelernt, aber mir auch selbst viel aus Büchern und in Gesprächen mit Brasilianern beigebracht. Wenn du die Sprache lernen möchtest, empfehle ich dir einen Sprachkurs, ich selbst gebe keinen Unterricht. Und die Übersetzung von "Fejoada" findest du in den Lola-Büchern. Alle brasilianischen Wörter, die dort vorkommen, werden auch erklärt.


"Warum haben Sie das Buch von Franca Dübel in Ihr Buch eingebaut?"
Weil ich das Buch selbst sehr liebe, weil Franca Düwel eine Schriftsteller-Kollegin ist, die ich sehr schätze - und vor allem: Weil das Buch so gut zu Lola passt, das schreibt sie dann ja auch in ihrem Fanbrief an Franca Düwel.

"Wie sind Sie auf die Idee für Lola 9 gekommen?"
Die Idee ist zu mir gekommen. Wie, weiß ich nicht, aber ich weiß noch wo: Es war auf einem Strandspaziergang mit meinem Mann an der Ostsee. Es war im Winter, ich glaube im Jahr 2011, und es war sehr kalt aber von der Idee habe ich heiße Ohren bekommen und ein paar Sommer später ist dann Lola 9 daraus geworden.

"Wird Enzos echter Vater einmal in einem der Lola Bände vorkommen?"
Diese Frage habe ich mir auch schon gestellt aber noch ist keine Antwort gekommen. Bei den Lola Büchern ist es für mich manchmal wie im echten Leben: Ich muss darauf warten, was die Zukunft bringt - und das macht auch für mich auch das Leben in den Lola Büchern spannend.

"Ist Ihre Mutter auch Ärztin in einem Krankenhaus und haben Sie die verrückten Geschichten von Lolas Mutter von ihr?"
Meine Mutter war Buchhändlerin und hat mich damit eher zum Charakter von Lolas Oma inspiriert. Die verrückten Geschichten von Lolas Mama habe ich mir selbst ausgedacht.

"Wird es einen 10. Lola Band / und noch weitere Lola Bände geben?"
Ich stelle mir bei Lola immer vor, dass sie in meinem Kopf sitzt und mir erzählt, welche Geschichte ich schreiben soll. Wenn Lola neue Geschichten einfallen, werde ich sie aufschreiben. In diesem Fall erfahrt ihr den Erscheinungstermin auf meiner Website.


"Gibt es August von Schanz wirklich?"
In der wirklichen Welt kenne ich keinen August von Schanz, aber in den Lola-Büchern ist er für mich "wirklich".

"Wer ist das Vorbild für Lola? Ihre Töchter?"
Nein. Lola hat kein Vorbild, sie ist eine ganz eigene Figur, die aus meiner Phantasie entstanden ist. Aber sicherlich hat sie äußere Merkmale und Charaktereigenschaften, die sich an oder in anderen Menschen wiederfinden und die mich inspiriert haben. Mit meinen Töchtern hat sie den brasilianischen Papai gemeinsam, mit mir als Kind, dass sie nachts oft nicht einschlafen kann und sich in andere Personen hineinträumt - und von einem Mädchen in Hamburg, die auch einen dunkelhäutigen Vater hat, hat Lola die helle Haut und die hellen Locken gemeinsam.


"Gibt es die Perle des Südens wirklich?
Auch die habe ich mir ausgedacht, aber sie ist inspiriert vom "Tropical Brasil". Das gab es damals wirklich, es war die erste brasilianische Bar in Hamburg, mit einer Bühne für Live-Musik. Sie gehörte meinem Mann Eduardo Macedo, der in den Lola-Büchern ja auch vorkommt.


"Was ist eigentlich mit Mary Lou? Und was ist mit Kaku? Wie geht es Flocke und Tupfer?"
Das habe ich mich auch gefragt, als ich den neunten Lola-Band geschrieben habe. Es gibt in Lolas Welt sehr viele Menschen und Tiere - und sie passen einfach nicht in jede Geschichte hinein. Deshalb hoffe ich jetzt einfach mal: dass es ihnen trotzdem allen gut geht :-)!


"Bleiben im neuen Lola-Band alle Liebespaare zusammen?"
Die Frage hätte von mir kommen können - so etwas interessiert mich auch immer am meisten. Aber ich möchte es trotzdem nicht vorher verraten, sondern die Antwort dem Buch überlassen.


"Wann erscheint der neunte Band von 'Lola'?"
Er ist erschienen: Am 14. Oktober 2014 auf der Frankfurter Buchmesse.

"Wie wird der 9. Lola Band heißen?"
"Welche Farbe wird er haben?"
"Wovon handelt er?"


Hier sind alle Antworten auf einen Klick: http://www.lola-club.de/buecher/14378-lola_und_die_einzige_zeugin/

"Ich wollte fragen, ob Sie schon wissen, auf welche Zeitspanne sich der 9. Band beziehen wird (also ob er 'nur' von den Sommer handelt oder zeitlich noch weiter geht)."

Der 9. Band spielt in den Sommerferien und endet im Herbst.


"Ich wollte Sie etwas zu Enzo fragen. Spielt dieser im 9. Band wieder eine Rolle?"
Oh ja!


"Wenn (nach "5 Sterne für Lola") ein neuer 'Lola'-Band entsteht, ziehen Flo und Penelope mit Enzo um? Kommt Gudrun noch mal vor? Und was wird Lola in ihrer Fantasie? Was passiert mit Alex?"
All das erfahrt ihr ab dem 14. Oktober 2014 im 9. Lola Band.



Buch BeschreibungPressestimmenHörbuch
Fragen zum Buch
Illustriert von Dagmar Henze
Ab 9 Jahren, erscheint am 14.10.2014
320 Seiten, Hardcover 12.95 € (D)
Loewe Verlag
www.loewe-verlag.de
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